Der Konzern mit Sitz in Cupertino im Herzen des kalifornischen Silicon Valley verstand es schon immer meisterhaft, seine Nutzer zu wahren Fans zu machen. Wovon andere Unternehmen nur träumen können, ist bei Apple schon lange Realität. So eine innige Verbundenheit mit einem Unternehmen gibt es wahrlich nur sehr selten. Hier sticht vermutlich nur Harley Davidson das kalifornische Unternehmen aus; die Biker der Kultmarke aus Milwaukee verehren ihre Maschinen oft mehr als ihre Lebenspartner. Diese kommen und gehen schließlich wie es ihnen beliebt, doch die Verbindung zur Harley bleibt ein Leben lang. Es gilt geradezu als Sakrileg, von einer Harley Davidson auf eine Yamaha oder BMW umzusteigen, völlig ungeachtet dessen, um wie viel besser oder günstiger das Motorrad des anderen Herstellers auch sein mag. Hier gilt ewige Markentreue. Man kleidet sich der Marke entsprechend und bei dem ein oder anderen Biker geht die Liebe zur Harley auch unter die Haut. In Form eines Tattoos.

Apple-Tattoos gibt es zwar auch, aber dieser Trend ist unter den Apple-Jüngern noch nicht so weit verbreitet. Es deutet auch im Moment nichts darauf hin, dass es soweit kommen wird. Dennoch ist die Verbundenheit mit dem Konzern riesig. Preis- oder Produktvergleiche finden kaum bis gar nicht mehr statt, es wird gekauft, weil es von Apple kommt. Egal, ob es anderswo günstiger, besser oder bunter ist: Es spielt keine Rolle.

Eigene Print-Magazine, unzählige Foren und YouTube-Kanäle der Fans sorgen dafür, dass die Apple-Community bestens informiert bleibt. Es regt sich ebenso selten bis gar kein Widerstand gegen Sicherheitslücken oder andere negative Ereignisse rund um die Nutzung der Geräte. Hier ist der Apple-Fan leidensfähig.

Es hat aber auch sehr viele gute Seiten, wenn sich Menschen mit einer Marke oder einem Produkt so eng verbinden. Es entstehen viele interessante Ideen und Konzepte aus der Liebe zum Produkt. Ein sehr lobenswertes Beispiel hierfür ist das Unternehmen mResell, hier werden gebrauchte Apple-Geräte wieder aufbereitet und der Kundschaft zu sensationell guten Preisen zum Verkauf angeboten. Da es eine ganze Reihe an Fans gibt, die die Marke zwar lieben, aber die sich dann trotz allem eine Neuanschaffung nicht leisten können. Ein junges refurbished Macbook pro ist dort zum Beispiel für die Hälfte des normalen Preises zu haben. Hier lohnt sich der Vergleich. Solche Geschäftsideen funktionieren eben auch nur dann, wenn es genügend Menschen gibt, die dies unterstützen. Bei einer billigen Discountermarke würde so ein Geschäftsmodell überhaupt nicht funktionieren. Hier landet die alte Ware relativ schnell auf dem Müll.

Überzeugte Mitglieder der Apple-Community haben dazu eine klare Meinung, ihr geliebter Apple sieht nicht nur besser aus, funktioniert verlässlicher und besser, er ist obendrein auch noch besser für die Umwelt. Die Geräte werden schließlich länger genutzt, bevor sie entsorgt werden. So ganz Unrecht haben sie mit der Behauptung jedenfalls nicht. Dennoch bleibt die Frage im Raume stehen, wie man sich als frei denkender Mensch zu einem Fan von einem Produkt entwickeln kann. Hier darf man ruhig kritisch nachhaken, egal wie gut oder wie schlecht ein Computer, ein Handy oder ein Motorrad auch sein mag. Die Freiheit, sich bei jeder Neuanschaffung neu zu entscheiden, sollte doch erhalten bleiben.