Es ist die bekannteste Geheimgesellschaft der Welt. Reich an Symbolen und Ritualen, ist es die Quelle von Legenden, Parodien und Verschwörungstheorien. Willkommen in der Welt der Freimaurerei.

Was aber ist Freimaurerei? Kurz gesagt, es ist die älteste und größte Bruderschaft der Welt. Die Mitgliedschaft liest sich wie ein Who is Who der Weltgeschichte – George Washington, Benjamin Franklin, Winston Churchill, Mozart, Davy Crockett, Franklin Roosevelt, Harry Houdini, Gerald Ford, Henry Ford, John Wayne, sogar Colonel Sanders.

Wenn man ein Freimaurer sein möchte, kann man bei einer lokalen Lodge eine Petition beantragen. Man muss guten Charakter und Glauben an eine höhere Instanz besitzen. Keine Diskriminierung von Religion, aber von Geschlecht; in fast allen weltweiten Lodges sitzen nur Männer.

Die Loge wählt prospektive Mitglieder, die dann drei Grade durchlaufen müssen.

Sobald der dritte Grad verdient ist, kann sich einer beliebigen Anzahl von Freimaurer-Organisationen angeschlossen werden.

Die Freimaurerei begann im mittelalterlichen Europa als Gilde für Steinmetze, lebte aber als soziale Organisation weiter. Die erste große Lodge wurde 1717 in London gegründet. Die meisten Mitglieder der Neuzeit hatten vermutlich nie auch nur mit einem Steinmetz gesprochen.

Doch eine moderne Bruderschaft war geschaffen worden.

Es dauerte nicht lange danach, dass diese Verschwörungstheorien begannen.

All diese Männer mit verschiedenen Nachbarschaften, verschiedenen Berufen, die sich im Café trafen, Brot zusammen brachen, Rituale machen – was könnte das sein? Die Antwort seitens verschiedener Behörden war also: Verschwörung!

Und so gab Papst Clemens XII. 1738 das erste Dekret der katholischen Kirche gegen die Freimaurerei heraus – und das gilt bis heute.

In den USA blühte die Freimaurerei auf, bis sie durch ihre Geheimhaltung verdächtig wurde und die erste dritte Partei Amerikas, die Anti-Freimaurer-Partei, hervorbrachte.

Sie wählte acht Kongressabgeordnete, verlor aber 1828 die Präsidentschaftswahl an Andrew Jackson – einen stolzen Freimaurer.

Heute hat die Freimaurerei in den USA etwa 1,3 Millionen Mitglieder, gegenüber den 4 Millionen im Jahr 1959.

Unter den heutigen Mitgliedern: Afroamerikaner, die früher in einen separaten, schwarzen Zweig der Freimaurerei verbannt wurden.

Obwohl die Freimaurerei von Land zu Land unterschiedlich ist, basiert die zentrale Prämisse auf dem Gleichnis von König Salomons Tempel im Alten Testament. Hiram Abiff, der sogenannte Witwen-Sohn, ist eine Schlüsselfigur für Maurer, weil sie glauben, er sei der Meisterarchitekt des Tempels.

Eigener Aussage nach bemühen sich Freimaurer, ein besseres Leben zu führen, indem sie nach Wahrheit und Gemeinschaft suchen. Barmherzigkeit und Karitas soll hochgehalten werden und tatsächlich spenden die meisten Lodges regelmäßig an wohltätige Zwecke. Gegen Verschwörungstheorien, wie die beliebteste, nämlich dass sie heimlich die Welt regieren, wehren sie sich.

Was ist Freimaurerei also wirklich, abgesehen von einer Fraternity? Es fällt schwer zu glauben, dass bei so vielen mächtigen Mitglieder im Verlauf der Geschichte nie politische Ambitionen bei den Freimaurern vorhanden waren. Sind sie die Drahtezieher hinter der Politik? Niemand kann das sicher sagen, aber die Freimaurer faszinieren weiterhin und werden wahrscheinlich nicht so bald aufhören.